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Cholesterin |
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| Frage:
Ist es nicht schädlich für den Cholesterinspiegel, wenn ich viele Eier und andere Lebensmittel tierischer Herkunft esse? Antwort: Viele früheren Vermutungen über den Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Eiern und anderen Lebensmitteln tierischer Herkunft und dem Cholesterinspiegel werden mittlerweile durch neuere Studien in Frage gestellt. Viele Menschen, die sich nach der SCD ernähren haben sogar die Erfahrung gemacht, dass sich ihr Cholesterinspiegel dadurch normalisiert hat. Eine Erklärung dafür liefert vielleicht folgender Auszug aus dem Buch "Syndrom X" des deutschen Ernährungswissenschaftlers Nicolai Worm: "Den Eiern ergeht es nicht anders als anderen Cholesterinquellen. Betroffen von der flächendeckenden Verachtung in der Bevölkerung sind vor allem Innereien - Hirn, Leber, Niere und Lunge. Diese Fleischteile hatten viele Menschen in den Zeiten vor BSE noch mit Begeisterung verspeist. Im Vergleich zum Ei sind hier wahre Cholesterinbomben mit dabei. Besonders viel Cholesterin findet man nämlich immer in besonders stoffwechselaktiven Geweben, denn es ist für das Funktionieren des Stoffwechsels der Zellen unverzichtbar. Aus Cholesterin wird im Körper beispielsweise Vitamin D aufgebaut, sofern man das Sonnenlicht nicht scheut. Aus Cholesterin werden männliche wie weibliche Geschlechtshormone, die Nebennierenhormone und Gallensäure zur Verdauung hergestellt. Für jede Zellmembran ist Cholesterin unverzichtbar, und nicht zuletzt wird die Haut durch diesen Stoff erst wasserdicht. Und weil er so lebenswichtig ist, hat die Natur den Menschen klugerweise vom Cholesterin über die Nahrung unabhängig gemacht. Wir müssen rein gar nichts davon essen, denn auch mit rein pflanzlicher, cholesterinfreier Kost produzieren wir Menschen täglich Cholesterin in der benötigten Menge selbst. Aber wäre es nicht ein Jammer, wenn man ein so nährstoffreiches, kostengünstiges Nahrungsmittel wie das Ei einfach aus seinem Speiseplan ausschließen müsste - allein wegen seines Cholesteringehalts. Das haben sich auch einige Forscher schon vor vielen Jahren gedacht. Und so suchten sie freiwillige Probanden, die bereit waren, sich einige Wochen lang mit Eiern voll stopfen zu lassen. In manchen Versuchsphasen gab es zusätzlich zu einer normalen Kost bis zu sechs Eier am Tag. Allein, es wollte nicht eintreffen, was dem Ei an schlechtem Ruf vorausging. Der Cholesterinspiegel der moderaten Eierprobanden stieg nicht so richtig an, wie viele das erwartet hätten. Selbst bei sechs Eiern gab es Teilnehmer, in deren Blut sich nichts Dramatisches bemerkbar machte. Bei einigen fiel der Cholesterinspiegel bei dieser Dosis sogar. Aber die absolute Spitze des Eierberges war erreicht, als man bei einer Routineuntersuchung an einer amerikanischen Uniklinik einen Eierfarmer mit von der Partie hatte, der jahrelang bis zu 26 Eier täglich aß und dabei einen völlig normalen Cholesterinwert ins Reagenzglas brachte. Da staunten die Experten, und die Laien erfuhren nichts. Mit den Jahren wurden die Untersuchungswerte immer genauer. Allmählich musste man sich eingestehen, dass es enorme individuelle Unterschiede in der Reaktion auf Eierkonsum gibt. Ganz grob eingeteilt, fand man Menschen, die auf Cholesterin aus der Nahrung mit einem Anstieg ihres Cholesterinspiegels antworteten, Personen, die überhaupt nicht und solche, die sogar mit einer Senkung des Cholesterinspiegels reagierten. Das konnte, da die Ernährungs- und Umweltbedingungen in Experimenten völlig identisch waren, nur mit genetisch verankerten Effekten zu erklären sein. Inzwischen ist das Geheimnis um das Nahrungscholesterin in aufwändigen Experimenten doch noch gelüftet worden. Dabei markierte man das Cholesterin im Ei mit Isotopen: So konnte man seine Reise durch den menschlichen Körper verfolgen und fand dabei: Erstens wird im Schnitt nur die Hälfte des Cholesterins aus der Nahrung im Darm resorbiert; zweitens werden bei erhöhter Cholesterinzufuhr Regelmechanismen in Gang gesetzt: Die bei der Verstoffwechslung des Nahrungscholesterins entstehenden Oxysterole hemmen sofort die körpereigene Cholesterinsynthese; und drittens werden - wenn die Cholesterinzufuhr mit der Nahrung die eigene Syntheserate überschreitet - Abbaumechanismen aktiviert, die eine vermehrte Ausscheidung von Cholesterin mit Hilfe der Gallensäuren zum Darm hin bewirken. Daraus kann man folgern, dass Nahrungscholesterin unter "normalen" genetischen Bedingungen effizient geregelt wird. Eine Zufuhr im "normalen" Bereich führt zu keiner merklichen Erhöhung des Cholesterinpools im Körper! Oder anders ausgedrückt: Zwischen der Menge des im Darm resorbierten Cholesterins und der Höhe des Serum-Cholesterinspiegels besteht biologisch gesehen kein nennenswerter Zusammenhang. Das gilt natürlich nicht nur für Eier, sondern auch für Cholesterin aus all den anderen Köstlichkeiten, wie Kalbsbries und Markklößchen, Shrimps und Hummer. Nach heutigen Erkenntnissen können die meisten Menschen eine tägliche Cholesterinmenge, wie sie in zwei bis drei Eiern enthalten ist, problemlos wegstecken. Nur etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung haben damit Probleme. Möglicherweise werden die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen ja doch noch im beginnenden Millenium in die Köpfe der Betonfraktion eindringen: Die Cholesterinzufuhr in der Bevölkerung korreliert nicht mit der Höhe des Cholesterinspiegels. Überhaupt wird die durchschnittliche Höhe des Cholesterinspiegels in der Bevölkerung nur zu zwei Prozent von Nahrungsfaktoren bestimmt; dabei üben Nahrungsfett und Ballaststoffzufuhr sowie gewisse Pflanzensterole noch den größten Einfluss aus. Der Cholesterinspiegel wird also zu 98 Prozent durch andere, zum Großteil körpereigene Mechanismen bestimmt. Warum sollte ich mir Krabben und Langusten, Steaks und Eierspeisen eigentlich nicht munden lassen, wenn mich das darin enthaltene Cholesterin gar nicht tangiert? Welche Pfeile haben die chronischen Warner denn sonst noch im Köcher? Konnte denn beobachtet werden, dass die Menschen, die sich dem reuelosen Cholesteringenuss hingeben, mehr Herz- oder Hirninfarkte erlitten - unabhängig vom Cholesterinspiegel? Nirgends ist man der Frage so genau nachgegangen wie an der Ernährungsfakultät der Harvard-Universität. Dort hat man am 21. April 1999 die größte Studie aller Zeiten über den Zusammenhang zwischen Eierkonsum und Herzinfarktrisiko veröffentlicht. Die Daten von 38.000 Männern und 80.000 Frauen gingen in diese Langzeit-Beobachtungsstudie ein. Bei der Berechnung des Risikos waren alle anderen bekannten und möglichen Einfluss- und Risikofaktoren berücksichtigt worden. Und das Ergebnis: Ob Menschen "gehorsam" weniger als ein Ei pro Woche oder "wagemutig" mehr als ein solches am Tag konsumierten, verstärkte ihr Herzinfarktrisiko überhaupt nicht! Bei Frauen fand man sogar einen umgekehrten Trend: Das Risiko nahm ab, je mehr sie den Eiern zusprachen. Auch bezüglich Hirninfarkt fand man keinen signifikanten Zusammenhang. Und diese Untersuchung ist nicht etwa im "Egg Farmer Digest", sondern im offiziellen Fachorgan der amerikanischen Ärztevereinigung, JAMA, erschienen." Zurück zur Fragenauswahl |
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